Sodaasche bei Seifen – was ist das eigentlich und warum entsteht sie?
Wenn du Naturseifen herstellst oder kaufst, bist du ihr vielleicht schon begegnet:
einem feinen, weißen bis gräulichen Belag auf der Oberfläche der Seife. Viele denken zuerst an Schimmel oder einen Produktionsfehler – tatsächlich handelt es sich dabei meist um Sodaasche. Die gute Nachricht gleich vorweg: 👉 Sodaasche ist völlig unbedenklich und beeinflusst weder die Waschkraft noch die Hautverträglichkeit der Seife.
Was ist Sodaasche?
Sodaasche entsteht, wenn Natriumhydroxid (NaOH) – also die Lauge – mit Kohlendioxid aus der Luft reagiert.
Dabei bildet sich Natriumcarbonat, das sich als feiner Film auf der Seifenoberfläche absetzt. Kurz gesagt: 🧪 Lauge + Luft = Sodaasche Das passiert ausschließlich an der Oberfläche, nicht im Inneren der Seife.
Wann und warum entsteht Sodaasche besonders häufig?
Sodaasche kann grundsätzlich bei jeder kaltgesiedeten Seife auftreten, aber einige Faktoren begünstigen sie deutlich:
1. Zu niedrige Temperaturen Wenn Seifenleim oder Umgebung zu kühl sind, verläuft die Verseifung langsamer – die Oberfläche bleibt länger „angreifbar“ für Luftkontakt.
2. Hoher Wasseranteil Rezepte mit viel Wasser brauchen länger zum Andicken, wodurch die Lauge länger mit Luft reagiert.
3. Hoher Anteil an unverseiften Fetten Besonders bei stark überfetteten Seifen oder bei Rezepten mit viel Olivenöl tritt Sodaasche häufiger auf.
4. Luftkontakt direkt nach dem Einfüllen Offene Formen oder zugige Räume erhöhen das Risiko deutlich. 5. Bestimmte Zusätze Milch, Zucker, Honig oder sehr helle Rezepturen zeigen Sodaasche optisch stärker – auch wenn sie nicht häufiger entsteht.
Ist Sodaasche ein Qualitätsmangel?
Ganz klar: Nein. Sodaasche ist:
- ❌ kein Zeichen für verdorbene Seife
- ❌ kein Hygienemangel
- ❌ kein Sicherheitsproblem
Sie ist rein optisch und hat keinen Einfluss auf die Seifenqualität. Viele traditionelle Seifensieder:innen sehen Sodaasche sogar als typisches Merkmal handgemachter Naturseifen.
Wie kann man Sodaasche vermeiden?
Ganz verhindern lässt sie sich nicht immer – aber man kann sie deutlich reduzieren:
✔ Seife warm halten Form gut isolieren (Handtücher, Holzform) oder leicht anwärmen.
✔ Wasser reduzieren Mit einer niedrigeren Laugenflüssigkeitsmenge arbeiten.
✔ Oberfläche schützen Direkt nach dem Einfüllen:
- Frischhaltefolie auflegen oder
- die Oberfläche mit Isopropylalkohol
- (95–99 %) einsprühen
✔ Zugluft vermeiden Seife in den ersten 24 Stunden möglichst nicht offen stehen lassen.
Was tun, wenn die Sodaasche schon da ist?
Auch dafür gibt es einfache Lösungen:
- Abwaschen: Beim ersten Gebrauch verschwindet sie von selbst
- Abdampfen: Kurz mit Dampf (z. B. Wasserdampf) behandeln
- Abhobeln oder Abschneiden: bei Bedarf für den Verkauf
- Akzeptieren: Naturprodukt bleibt Naturprodukt 😉
Fazit: Kein Makel, sondern Chemie Sodaasche ist kein Fehler, sondern ein natürlicher chemischer Prozess bei handgesiedeten Seifen.
Sie zeigt sogar, dass deine Seife echte Kaltverseifung und keine industrielle Massenware ist. Bei Vivi Soaps stehen wir für Transparenz, ehrliche Handarbeit und hochwertige Rezepturen – und dazu gehört auch, die kleinen Eigenheiten echter Naturseife zu erklären statt sie zu verstecken. Wenn du Fragen zur Seifenherstellung oder zu unseren Produkten hast, melde dich jederzeit