Risse in Naturseifen – warum sie entstehen und was du dagegen tun kannst 

Du nimmst deine Seife aus der Form – und dann das: feine Linien, tiefe Risse oder sogar richtige Aufbrüche auf der Oberfläche. Gerade bei frisch gesiedeten Naturseifen kann das erst mal erschrecken. Aber keine Sorge:

👉 Risse sind ein bekanntes Phänomen beim Seifensieden und lassen sich gut erklären – und meist auch vermeiden.   

Warum entstehen Risse beim Seifensieden? 

Risse entstehen fast immer durch zu viel Hitze oder zu schnelle Reaktionen während der Verseifung. Die Seife „arbeitet“ innerlich schneller, als die Oberfläche mithalten kann. Die häufigsten Ursachen im Überblick:   

1. Zu hohe Temperaturen (Überhitzung) 

Wenn Seifenleim, Form oder Umgebung zu warm sind, geht die Seife stark in die Gelphase oder sogar darüber hinaus. Die Oberfläche härtet bereits an, während das Innere sich weiter ausdehnt – Ergebnis: Risse

Typische Auslöser:  

  • sehr warme Lauge & Fette
  • stark isolierte Formen
  • Ofen-Gelphase bei sensiblen Rezepten

2. Zucker, Honig, Milch & Co. Zusätze wie:  

  • Honig
  • Zucker
  • Milch (Kuh-, Ziegen-, Pflanzenmilch) wirken wie ein Turbo für die Verseifung. Sie erhöhen die Temperatur im Seifenblock deutlich – oft mehr, als man erwartet. 👉 Besonders in Kombination mit warmem Seifenleim ein Klassiker für Risse.   

3. Sehr feste, schnelle Rezepturen Rezepte mit hohem Anteil an:  

  • Kokosöl
  • Sheabutter
  • Kakaobutter
  • Palmkernöl

werden sehr schnell fest. Wenn dann zusätzlich Hitze entsteht, kann die Oberfläche nicht flexibel genug reagieren.   

4. Große oder dicke Seifenblöcke 

Je größer der Block, desto mehr Eigenwärme entsteht. Ein dicker Block kann im Inneren extrem heiß werden, während außen schon Abkühlung stattfindet – perfekte Bedingungen für Spannungsrisse.   Sind Risse ein Qualitätsmangel? Kurz und ehrlich:

👉 Optisch ja – funktional nein. Rissige Seifen:  

  • sind voll verseift
  • reinigen ganz normal
  • sind hautverträglich

Es handelt sich um einen optischen Fehler, nicht um ein Sicherheitsproblem. Für den Verkauf werden sie meist:  

  • gehobelt
  • neu geschnitten
  • oder als B-Ware angeboten

Wie kann man Risse vermeiden? 

Mit ein paar Stellschrauben lassen sich Risse stark reduzieren: 

✔ Temperaturen senken  

  • Lauge und Fette eher kühl      (30–35 °C) verarbeiten
  • bei hitzigen Rezepten sogar darunter

✔ Weniger isolieren  

  • Form nicht dick einpacken
  • ggf. bewusst keine Gelphase zulassen

✔ Zusätze bewusst dosieren  

  • Zucker & Honig stark      reduzieren
  • Milch vorher eiskalt      oder als Eiswürfel verwenden

✔ Kleinere Formen nutzen  

  • lieber mehrere kleine Formen statt einen großen Block

✔ Seife beobachten Wenn sich früh Risse zeigen:

👉 Oberfläche vorsichtig aufdrücken oder einschneiden, um Spannung abzulassen.   

Was tun, wenn die Seife schon Risse hat? 

Auch hier gilt: Kein Drama 😉  

  • Abhobeln oder Abschneiden der Oberfläche
  • Neu schneiden in kleinere Stücke
  • Als rustikale Naturseife akzeptieren
  • Oder beim nächsten Mal die  Rezeptur anpassen

Handgemachte Naturseife ist kein Industrieprodukt – kleine Eigenheiten gehören dazu.   

Fazit: Risse sind ein Lernsignal, kein Scheitern 

Risse zeigen dir vor allem eins:

🔥 Hier war zu viel Energie im Spiel. Mit jedem Sud lernst du dein Rezept, deine Zusätze und dein Umfeld besser kennen. Genau das macht echtes Seifensieden aus. 

Bei Vivi Soaps stehen wir für ehrliche Handarbeit, Transparenz und Erfahrung – inklusive der kleinen Herausforderungen, die Naturprodukte mit sich bringen. Wenn du Fragen hast oder tiefer ins Thema einsteigen willst, melde dich jederzeit 💬 Wir reden lieber offen über Seifenfehler, als sie zu verschweigen.