Das Design ist fertig, die Seife duftet wunderbar und die Verpackung sieht hochwertig aus. Doch bevor dein Produkt verkauft werden darf, stellt sich eine wichtige Frage:
Welche Angaben müssen eigentlich auf das Etikett?
Gerade bei handgemachten Seifen kommt es immer wieder zu Fehlern. Fehlende oder falsche Kennzeichnungen können zu Beanstandungen führen und im schlimmsten Fall dazu, dass ein Produkt nicht verkauft werden darf.
In diesem Beitrag zeigen wir dir, welche Informationen auf ein Kosmetiketikett gehören und worauf du besonders achten solltest.
Warum ist das Etikett so wichtig?
Das Etikett dient nicht nur der Werbung, sondern informiert Verbraucherinnen und Verbraucher über das Produkt.Es hilft dabei,
- das Produkt eindeutig zu identifizieren,
- Inhaltsstoffe nachzuvollziehen,
- Allergene zu erkennen,
- das Produkt sicher anzuwenden,
- den Hersteller oder die verantwortliche Person zu kontaktieren.
Ein korrektes Etikett ist daher ein wichtiger Bestandteil jedes kosmetischen Produkts.
Diese Angaben gehören auf das Etikett
1. Produktname
Der Name deiner Seife.Zum Beispiel:
- Lavendelseife
- Zitronengras-Seife
- Naturseife mit Aktivkohle
Achte darauf, dass der Name keine irreführenden Aussagen enthält.
2. Name und Anschrift der verantwortlichen Person
Auf jedem Kosmetikprodukt muss die verantwortliche Person angegeben sein.Dabei muss eine vollständige ladungsfähige Anschrift vorhanden sein.
3. Nenngewicht
Bei festen Seifen wird das Gewicht zum Zeitpunkt der Abfüllung bzw. Herstellung angegeben.Zum Beispiel:100 g
4. Chargennummer
Jede Charge sollte eindeutig gekennzeichnet werden.Damit kann später nachvollzogen werden,
- wann die Seife hergestellt wurde,
- welche Rohstoffe verwendet wurden,
- welche Unterlagen dazugehören.
5. Mindesthaltbarkeit oder PAO
Kosmetische Produkte müssen – je nach Haltbarkeit – entsprechend gekennzeichnet werden.Ist das Produkt mindestens 30 Monate haltbar, wird in der Regel das Symbol des geöffneten Tiegels (PAO) verwendet.
Bei kürzerer Haltbarkeit muss das Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden.
6. Verwendungszweck
Ist die Verwendung nicht eindeutig erkennbar, sollte sie angegeben werden.Zum Beispiel:
- Handseife
- Gesichtsseife
- Rasierseife
7. INCI-Liste
Alle Inhaltsstoffe müssen mit ihren offiziellen INCI-Bezeichnungen aufgeführt werden.Die Reihenfolge richtet sich grundsätzlich nach ihrem Anteil im fertigen Produkt.Gerade die INCI-Liste gehört zu den Bereichen, in denen besonders häufig Fehler gemacht werden.
8. Allergene
Enthält deine Seife deklarationspflichtige Duftallergene oberhalb der gesetzlichen Grenzwerte, müssen diese zusätzlich auf dem Etikett angegeben werden.Welche Allergene angegeben werden müssen, ergibt sich aus der Rezeptur und den aktuellen Rohstoffunterlagen.
9. Barcode (EAN) – wenn vorhanden
Ein Barcode (EAN bzw. GTIN) ist für kosmetische Produkte grundsätzlich nicht gesetzlich vorgeschrieben.Verkaufst du deine Seifen jedoch über den Einzelhandel, Marktplätze oder belieferst Wiederverkäufer, wird häufig ein Barcode verlangt. Er erleichtert das Kassieren, die Lagerverwaltung und die eindeutige Zuordnung deiner Produkte.
Auch wenn du einen eigenen Onlineshop betreibst, kann ein Barcode für die interne Lagerverwaltung und Bestandskontrolle hilfreich sein.
Verwendest du einen Barcode, sollte dieser gut lesbar auf dem Etikett oder der Verpackung angebracht sein und eindeutig dem jeweiligen Produkt zugeordnet werden.
Häufige Fehler
Immer wieder begegnen uns ähnliche Probleme:
- unvollständige Anschrift
- fehlende Chargennummer
- veraltete INCI-Bezeichnungen
- falsche Reihenfolge der Inhaltsstoffe
- fehlende Allergene
- falsches Gewicht
- fehlende Mindesthaltbarkeit oder PAO
- unleserliche Schrift
- Barcode passt nicht zum Produkt
Diese Fehler lassen sich mit einer sorgfältigen Prüfung leicht vermeiden.
Darf ich "Naturseife" auf das Etikett schreiben?
Grundsätzlich solltest du bei Werbeaussagen vorsichtig sein.Bezeichnungen wie:
- Naturseife
- natürlich
- bio
- vegan
- hypoallergen
- dermatologisch getestet
dürfen nur verwendet werden, wenn sie zutreffend sind und nicht irreführen.Je konkreter eine Werbeaussage ist, desto besser solltest du sie belegen können.
Kleine Etiketten – was nun?
Gerade bei kleinen Seifen reicht der Platz auf dem Etikett oft nicht aus.In vielen Fällen dürfen bestimmte Pflichtangaben auf einer beigefügten Karte, einem Anhänger oder einer Verpackung erfolgen. Welche Angaben unter welchen Voraussetzungen ausgelagert werden dürfen, ist gesetzlich geregelt. Plane dein Etikett deshalb frühzeitig, damit alle Pflichtinformationen gut lesbar untergebracht werden können.
Kontrolliere dein Etikett regelmäßig
Ein Etikett ist kein Dokument, das man einmal erstellt und dann nie wieder anfasst.Es sollte überprüft werden, wenn sich beispielsweise
- die Rezeptur ändert,
- ein Duftstoff reformuliert wird,
- sich die INCI-Liste ändert,
- neue Allergene deklariert werden müssen,
- gesetzliche Vorgaben angepasst werden,
- sich die verantwortliche Person oder die Anschrift ändert.
Gerade bei Duftstoffen ändern Hersteller ihre Unterlagen von Zeit zu Zeit. Prüfe daher regelmäßig die aktuellen IFRA-Zertifikate und Allergeninformationen deiner Lieferanten.
Unser Tipp
Erstelle für jedes Produkt eine feste Etikettenvorlage und gleiche sie vor jedem Nachdruck mit deiner Produktinformationsdatei (PIF), der Sicherheitsbewertung und den aktuellen Rohstoffunterlagen ab.
So vermeidest du viele typische Fehler und sparst dir später aufwendige Korrekturen.
Unser Fazit
Ein korrektes Etikett ist weit mehr als ein schönes Design. Es enthält wichtige Informationen für Verbraucher und ist ein wesentlicher Bestandteil eines rechtskonformen Kosmetikprodukts.
Neben den gesetzlichen Pflichtangaben kann – je nach Vertriebsweg – auch ein Barcode sinnvoll oder sogar erforderlich sein. Wer seine Etiketten sorgfältig erstellt, regelmäßig überprüft und Änderungen an Rezepturen oder Rohstoffunterlagen berücksichtigt, erspart sich viele Probleme und schafft Vertrauen bei Kundinnen und Kunden sowie Handelspartnern.